Bar Bahar  (In Between)
Maysaloun Hamoud
Israel/Frankreich 2016, DCP, Farbe, 102 Min., arabische/hebräische OmeU - Österreich-Premiere

In Anwesenheit von Sana Jammalieh

Netpac Award – Toronto Intl Film Festival 2016
Eroksi Youth Award – San Sebastian Intl Film Festival 2016
TVE-Another Look Award“ – San Sebastian Intl Film Festival 2016
Premio Sebastiane” LGBT Award – San Sebastian Intl Film Festival 2016
CICAE Award – San Sebastian Intl Film Festival 2016
Audience Award “Best Feature Film” – Zagreb Intl Film Festival 2016
Special Mention – Zagreb Intl Film Festival 2016
The Danny Lerner Award for a Debut Feature Film – Haifa Intl Film Festival 2016
The Fedeora Award for Artistic Achievement in an Israeli Feature Film – Haifa Intl Film Festival 2016
Audience Award – Haifa Intl Film Festival 2016

Ein schlichtweg einzigartiger Film – in Toronto und San Sebastian mit Standing Ovations bedacht und mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet.

Bar Bahar ist ein grandioser Debütfilm über den täglichen Balanceakt dreier palästinensischer Frauen in Tel Aviv zwischen Tradition und Moderne, Nationalität und Kultur, Gefolgschaft und Freiheit.

Audiences will have to seriously update their ideas about the lifestyle of Palestinian women in Israel. Deborah Young, The Hollywood Reporter
One of the best recent films... the movie equivalent of a page-turner. Kent Turner, Film-forward.com
A story of … female friendship, a fierce bond that comes about because of shared gender, background, and hopes . ScreenAnarchy.com
An end to stereotyped Palestinian women. TWITTER

Laila, Salma und Nour, drei palästinensische Frauen mit israelischem Pass, teilen sich im pulsierenden Herzen Tel Avivs eine Wohnung. Sie genießen die Freiheit der energetischen, kosmopolitischen Metropole mit dem großen multikulturellen - und selbstverständlich auch queeren – Freundeskreis. Laila, 28, kommt aus einer bürgerlichen, säkularen muslimischen Familie in Nazareth; von deren tradierten und einengenden Rollenvorgaben hält sie wenig und ist kaum mit ihr in Kontakt. Tagsüber ist sie eine taffe, schlagfertige, perfekt zweisprachige Strafverteidigerin, genießt selbstbewusst, modern und weltoffen ihr Leben in Tel Aviv. Abends wird sie den Arbeitsstress gerne mit ausgelassenen Partys und vielen sehr unterschiedlichen Freund_innen in der lebhaften Clubszene los. Salma, 29, lebt selbstverständlich und offen lesbisch, ist eigentlich Musikerin und DJ, arbeitet aber in diversen Brotjobs als Barkeeperin und Küchenhilfe, die sie durch ihr loses Mundwerk immer wieder verliert. Sie kommt aus einer liebevollen, „liberalen“ christlichen Familie in einem kleinen nordgaliläischen Dorf, die aber die Identität der Tochter ignoriert und immer wieder mal einen „geeigneten Ehemann“ aufs Tapet bringt. Eines Tages steht Nour vor der Tür, eine Freundin ihrer dritten Mitbewohnerin, die temporär deren Zimmer übernehmen soll. Nour ist 23, aus einer kleinen südgaliläischen Stadt, studiert Informatik, lebt aber religiös und ist mit dem streng gläubigen Wissam verlobt. Der hält von den freigeistigen Mitbewohnerinnen, Lebenslust, Alkohol und Sex wenig, fürchtet um Nours „Ehre“ und drängt auf eine rasche Heirat. Aber Nour will ihr Studium und ihre Pläne nicht aufgeben, findet Selbstvertrauen und ungeahnte Perspektiven in ihrer neuen Umgebung, was ihrem Verlobten nicht verborgen bleibt …

Vieles ist im Arabischen Frühling fehlgeschlagen, aber dieser Film ist eine seiner späten Blüten. Die Idee dazu kam der Regisseurin Maysaloun Hamoud vor sechs Jahren, als die Menschen in Kairo auf die Straßen gingen, um die Machtverhältnisse und die alten Denksysteme ins Wanken zu bringen. "Das war für mich der Startpunkt", sagt die 35-Jährige, eine Palästinenserin mit israelischem Pass. "Ich spürte, jetzt ist die Zeit gekommen, über uns zu reden, über meine Generation und unsere Alltagserfahrung. Ich wollte etwas aussprechen, was wir so noch nie gesagt haben." (Badische Zeitung)

Bar Bahar focuses not on politics but on daily life, yet its portrait of social change is most revealing. As the film documents, alongside the traditional male-dominated Arab family structure there exist independent females who are incredibly cool and part of an uninhibited underground scene that looks more like Beirut than Tel Aviv. Hamoud recounts all this in a breezy, light-hearted dramedy of girl power that made its double bow in Toronto and San Sebastian. Certainly, their freedom comes at a price, but despite some dark and dramatic moments, none of the three young women looks likely to go back to a traditional life as a hidden hausfrau, however uncomfortable it can be to live "in between" tradition and modernity. (Deborah Young, The Hollywood Reporter
 
Maysaloun Hamoud
wurde in Budapest während des Medizinstudiums ihres Vaters geboren und wuchs in Dier-Hana, Israel auf. Sie studierte Middle Eastern History an der Hebrew University, schloss mit einem Bachelor of Arts ab, und entschied sich später für ein Filmstudium an der Minshar School of Art, das sie mit Auszeichnung beendete. Sie lebt derzeit in Jaffa, Israel. 

Filme: 
Shades of Light (2009, Kurzfilm) hatte seine Premiere beim New York Film Festival. Scent of Morning (2010, Kurzfilm) ist eine Kooperation von israelischen und palästinensischen Filmemacher_innen und wurde bei zahlreichen Festivals weltweit gezeigt. Salma (2012, Kurzfilm), ihr Diplomfilm, war der beste Abschlussfilm und wurde für den Israelischen Academy Award in der Kategorie Kurzfilm nominiert. Bar Bahar (2016) ist Maysaloun Hamouds Spielfilmdebüt. Er feierte seine Weltpremiere beim Toronto Intl Film Festival in der Sektion Zeitgenössisches World Cinema.



KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
08.06. 20:30 / Gartenbau Kino

REGIE:
Maysaloun Hamoud

Buch: Maysaloun Hamoud. 
Kamera: Itay Gross. 
Schnitt: Lev Golster, Nili Feller. 
Musik: MG Saad. 
Ko-Produktion: Sandrine Bauer. 
Mit: Mouna Hawa, Sana Jammalieh, Shaden Kanboura, Mahmoud Shalaby.


FILM EMPFEHLEN

print