Filmarchiv · Nr. 2967 · Dokumentarfilm

FtWTF – Cordula Thyms und Katharina Lamperts Dokumentarfilm von 2015

Ein Regal mit Filmrollen und Negativhüllen im Archivbestand
Regie Cordula Thym, Katharina Lampert Land/Jahr Österreich 2015 Laufzeit 85 Min. Format DCP, Farbe Fassung OF, Weltpremiere

Worum es in FtWTF geht

„Ein Körper ist keine Tatsache. Ein Körper ist seine Position und ihre Veränderung. Mein Körper ist kein anderer, kein falscher. Mein Körper ist ganz seine Bewegung.“

Dorian Bonelli

FtWTF setzt dort an, wo andere Dokumentarfilme über Trans*Biografien oft enden: nach der Transition. Der Film untersucht die Gratwanderungen und Bruchlinien, an denen Geschlecht vor, während, nach oder abseits dessen entsteht, was öffentlich meist als Weg der „Geschlechtsangleichung“ wahrgenommen wird – denn die körperliche Angleichung mittels Hormonen oder Operationen ist nur ein Teil der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, und nicht alle Trans*Personen gehen diesen Weg oder wollen ihn gehen. Themen des Films sind der Versuch eines Lebens jenseits binärer Geschlechterkonstruktionen, das Infragestellen heteronormativer Lebensmodelle, die Suche nach einer lebbaren Männlichkeit sowie Reibungsflächen innerhalb einer queer-feministischen Community, dazu das Überwinden von Trauer und immer wieder neue Anfänge. Cordula Thym und Katharina Lampert, die mit verliebt, verzopft, verwegen (2009) bereits Festivalgeschichte geschrieben hatten, begleiteten ihre Protagonist_innen für die Langzeitstudie über mehrere Jahre.

Zu den porträtierten Personen zählen der Comiczeichner und Filmemacher Nick Prokesch, der Wiener Performance- und Videokünstler Dorian Bonelli, Mani Tukano, der in Performance-Kunst, Theater und politischem Aktivismus aktive Gin Müller, der Trans(-media-, -genre-, -gender)-Künstler_in Hans Scheirl (seit 2006 Professor für Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien), der Sprachwissenschaftler und „queeropedia“-Begründer Persson Perry Baumgartinger sowie die Sängerin, Burlesque-Tänzerin und Aktivistin Denice Bourbon.

Regie und Credits

Katharina Lampert, geboren 1976 in Wien, studierte konzeptuelle Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien und realisiert seither Einzel- und Gemeinschaftsprojekte in bildender Kunst und Film; FtWTF ist ihr zweites gemeinsames Projekt mit Cordula Thym, nach verliebt, verzopft, verwegen (2009, Ko-Regie, identities 2009) und VonHierAus (2015, Ko-Regie). Cordula Thym, geboren 1977 und aufgewachsen in Tirol, studierte Schnitt an der Filmakademie Wien und arbeitete danach als Schnittassistentin, Tonfrau und Cutterin, unter anderem an Beyond Borderline (2002) und Echos (2006, Schnitt). Produktion: Cordula Thym, Katharina Lampert. Kamera: Judith Benedikt, zusätzliche Kamera Johanna Kirsch. Schnitt: Niki Mossböck. Musik: Veronika Eberhart, Armin Lorenz. Ton: Johanna Kirsch. Animationen: Nick Prokesch.

Nick Prokesch·Dorian Bonelli· Mani Tukano·Denice Bourbon· Gin Müller·Persson Perry Baumgartinger· Hans Scheirlu.v.a.

FtWTF beim Festival identities

FtWTF feierte bei identities 2015 seine Weltpremiere, in Anwesenheit der Protagonist_innen, der Filmemacherinnen und des gesamten Filmteams. Der Dokumentarfilm lief am 18. Juni um 20:00 Uhr und erneut am 21. Juni um 18:00 Uhr im Filmcasino, eingeordnet in die Programmschienen Hauptprogramm, Transgender/Transsexualität, Filme von Regisseurinnen und Performativität.