Rosie – Marcel Gislers Schweizer Spielfilm von 2013
Worum es in Rosie geht
Die verwitwete Rosie (Sibylle Brunner) gleitet in ihrem kleinen Schweizer Heimatdorf zunehmend in den Alkohol ab. Als ihr in Berlin lebender Sohn Lorenz (Fabian Krüger), von Beruf Schriftsteller, zu Besuch kommt, wird ihm klar, dass es so nicht weitergehen kann – doch weder er noch seine in der Nähe lebende Schwester (Judith Hofmann) wissen, was zu tun ist. Der Film erzählt das in einer Balance aus Komik und Tragik: Rosie selbst ist von vulgär über bösartig bis kindlich und schutzbedürftig eine hochkomplizierte Figur.
Der Film verknüpft mehrere queere Motive: die Beziehung eines schwulen Sohnes zu seiner Mutter, die aufkeimende Liebe zwischen dem Schriftsteller Lorenz und einem jüngeren Mann, den er in einer Disco kennenlernt, sowie ein zunächst verborgenes Geheimnis um die Sexualität von Rosies früh verstorbenem Mann, das sich im Lauf der Geschichte offenbart. Auch dieses Element ist autobiografisch inspiriert.
Regie, Kritik und Auszeichnungen
Marcel Gisler, geboren 1960 in Altstätten in der Ostschweiz, lebt in Berlin. Sein erster Langspielfilm Tagediebe wurde 1985 in Locarno mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet; zwischen 1986 und 1998 realisierte er vier weitere Kinofilme, bevor er Serien fürs Schweizer Fernsehen schrieb und parallel zu lehren begann. Seit 2009 ist er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie dffb Berlin als Dozent für Schauspielführung tätig. Rosie, gedreht in seinem Heimatort Altstätten, war sein erster Spielfilm nach fünfzehn Jahren. Buch: Marcel Gisler, Rudolf Nadler. Kamera: Sophie Maintigneux. Schnitt: Bettina Böhler. Produzentin: Susann Rüdlinger.
„Sibylle Brunner ist eine Wucht!“
NZZ
„Schlicht großartig.“
TagesWoche
„Gestaltet mit der intimen Kamera von Sophie Maintigneux lässt der Film sich ohne Sentimentalität auf große Gefühle ein und gibt dem weiblichen Altern auf der Leinwand mit viel Humor ein neues, erfrischend wenig weichgezeichnetes Gesicht.“
Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel
Rosie wurde beim Zürcher Filmpreis 2013 als bester Film ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Sibylle Brunner erhielt beim Schweizer Filmpreis die Auszeichnung als beste Darstellerin. International kamen der Preis als bestes Spielfilm beim Mezipatra Queer Film Festival Prag sowie Publikumspreise beim Ljubljana Gay & Lesbian Film Festival und beim Queer Lisboa International Film Festival hinzu.
Rosie beim Festival identities
Rosie lief als Österreich-Premiere am 12. Juni 2015 um 22:00 Uhr im Filmcasino, im Hauptprogramm von identities – in schweizerdeutscher Originalfassung mit Untertiteln.