Filmarchiv · Nr. 3062 · Kurzfilm

Heimat XXX – Sebastian Dominic Auers Kommentar zur deutschen Romantik

Ein Regal mit Filmrollen und Negativhüllen im Archivbestand
Regie Sebastian Dominic Auer Land/Jahr Deutschland/Österreich 2016 Laufzeit 12 Min. Format Digital, Farbe Fassung ohne Dialog

Worum es in Heimat XXX geht

Heimat XXX erzählt einen mystisch-schwulen, erotischen „Heimatfilm“: Zwischen Frühlingserwachen und modrigem Eichenlaub führt der Kurzfilm ein schwitziges Fest gestählter Körper vor. Die Bilder oszillieren zwischen verklärter Naturromantik, industriell-technoider Härte und dem Zitat postmoderner Oberflächenästhetik. Der Soundtrack wurde exklusiv vom Münchner Technoduo Zenker Brothers produziert.

Regisseur Sebastian Dominic Auer zeigt Phasen schwuler Sexualität, die vor dem Hintergrund einer sich erhebenden und vergehenden Natur zum Symbol der Ambivalenz des Lebens werden – der Film versteht sich als postmoderner Kommentar zu den Paradigmen der deutschen Romantik. Im heimatlichen Wald, dem Zentrum der romantischen Idee, begegnet sich gleiches Fleisch, das sich in wilder Ekstase vereinigt und so die vertrauten Bedeutungskonstellationen verschiebt.

Auer, geboren 1984 in Penzberg, ist ausgebildeter Stylist und studierte von 2010 bis 2016 Kostüm- und Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste München bei Prof. Katrin Brack. Er ist Mitglied des Theaterkollektivs „What You See Is What You Get“ im Bereich Bühnenbild und Kostüm und arbeitet als Ausstatter bei diversen weiteren Theater- und Filmprojekten. Bei der Jahresausstellung 2012 der Akademie zeigte er die Einzelausstellung „Final Home“. Durch die Zusammenarbeit mit Regisseur Hubert Schmelzer verlagerte Auer seinen Fokus zunehmend auf das Medium Film; es entstanden zuvor die Kurzfilme Parallel Welt (2012) und Horatia (2013). Heimat XXX feierte im Februar 2016 im Rahmen der Diplomausstellung der Akademie der bildenden Künste München Premiere. Als nächstes plante Auer Heimat XXX II (Arbeitstitel), angelegt auf die Jahreszeiten Herbst und Winter, sowie eine Musikvideo-Serie für die deutsche New-Wave-Band PAAR.

Buch: Sebastian Dominic Auer. Kamera: Hubert Schmelzer. Schnitt: Hubert Schmelzer.

Auszeichnung

Heimat XXX gewann den Lolly Award „Bester Deutscher Film“ beim XPOSED International Queer Film Festival Berlin 2016.

Heimat XXX bei identities 2017

Der Film hatte bei identities 2017 seine Österreich-Premiere im Kurzfilmprogramm BOY SHORTS, gezeigt am 10. Juni um 22:00 Uhr im Filmcasino – als digitale Fassung in Farbe, ohne Dialog, bei einer Laufzeit von 12 Minuten. Die deutsch-österreichische Koproduktion lief damit rund 16 Monate nach ihrer Premiere im Rahmen der Münchner Diplomausstellung erstmals auch vor Wiener Publikum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Heimat XXX?

Um einen dialogfreien, erotisch-mystischen „Heimatfilm“, der Phasen schwuler Sexualität vor dem Hintergrund einer sich erhebenden und vergehenden Natur als Symbol der Ambivalenz des Lebens inszeniert – ein postmoderner Kommentar zur deutschen Romantik.

Wer ist Sebastian Dominic Auer?

Ein 1984 in Penzberg geborener, ausgebildeter Stylist und Kostüm-/Bühnenbildner, der von 2010 bis 2016 an der Akademie der bildenden Künste München bei Prof. Katrin Brack studierte. Heimat XXX war sein Diplomfilm nach den Kurzfilmen Parallel Welt (2012) und Horatia (2013), beide in Zusammenarbeit mit Regisseur Hubert Schmelzer. Auer ist zudem Mitglied des Theaterkollektivs „What You See Is What You Get“.

Wer produzierte den Soundtrack von Heimat XXX?

Das Münchner Technoduo Zenker Brothers, exklusiv für den Film produziert. Der Soundtrack unterstreicht den Wechsel der Bilder zwischen verklärter Naturromantik, industriell-technoider Härte und dem Zitat postmoderner Oberflächenästhetik – passend zur dialogfreien Machart des Kurzfilms.

Welche Auszeichnung erhielt Heimat XXX?

Den Lolly Award „Bester Deutscher Film“ beim XPOSED International Queer Film Festival Berlin 2016.

Wann und wo lief Heimat XXX bei identities 2017?

Am 10. Juni 2017 um 22:00 Uhr im Filmcasino, im Kurzfilmprogramm BOY SHORTS, als Österreich-Premiere.