Edith Klinger im Film Frauen im Journalismus – ein queeres Festival-Porträt aus dem Archiv
Edith Klinger und der Film Frauen im Journalismus
Edith Klinger war in den 1970er-Jahren Kolumnistin der Kronen Zeitung – und eine von fünf Journalistinnen, die Elizabeth T. Spira 1977 für ihren Kurzfilm Frauen im Journalismus vor die Kamera holte. Wer nach dem Edith Klinger Film sucht, findet im digitalen Filmarchiv des Festivals genau diesen Kurzfilm: 16 Minuten, gedreht für die österreichische Fernsehreihe „Teleobjektiv“, in denen Klinger neben vier Kolleginnen über ihren Alltag als Frau in einer damals fest männlich dominierten Branche spricht.
Der Film porträtiert Probleme von Frauen in einer „Männerdomäne“: Welche Themen und Ressorts traute man ihnen zu? Welches Frauen- und Gesellschaftsbild manifestierte sich darin? Akzeptanz von Wissen, Qualifikation und Zielstrebigkeit, aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie waren für Frauen alles andere als selbstverständlich gegeben – der Film fragt am Ende offen, was sich seither für Frauen im Berufsleben geändert hat, nicht nur in der Medienbranche. Der Edith Klinger Film blieb im Programmarchiv des Festivals verzeichnet, weil er eines der wenigen erhaltenen Zeitzeugnisse über Journalistinnen der 1970er-Jahre ist.
Fünf Journalistinnen im Porträt der 1970er
Spira interviewt für den Film fünf Frauen aus unterschiedlichen Redaktionen und Ressorts:
Regie: Elizabeth T. Spira und die Sendereihe Teleobjektiv
Elizabeth T. Spira, eigentlich Elizabeth Toni Spira, wurde am 24. Dezember 1942 in Glasgow geboren. 1946 zog die Familie nach Wien, wo Spira die Volksschule und danach das Gymnasium Stubenbastei besuchte. Anschließend studierte sie Publizistik an der Universität Wien und schloss mit Dr. phil. ab. 1972 begann sie ihre journalistische Laufbahn beim Wochenmagazin „Profil“; 1973 wechselte sie als TV-Redakteurin zum ORF, wo sie von 1974 bis 1984 dem Redaktionsteam von „Teleobjektiv“ angehörte. Den verantwortlichen Sendungsleiter Claus Gatterer bezeichnete sie mehrfach als ihren wichtigsten journalistischen Lehrmeister.
Nach dem Ende von „Teleobjektiv“ schuf Spira 1985 mit der Dokumentarfilmreihe „Alltagsgeschichte“ ihr eigenes Sendeformat, das sie bis 2006 fortsetzte. 1997 startete sie die seitdem laufende Doku-Soap „Liebesg'schichten und Heiratssachen“. Für ihre journalistische Arbeit erhielt Spira diverse Auszeichnungen.
Der Kurzfilm beim queeren Festival identities 2017
Frauen im Journalismus lief 2017 als Vorfilm im queeren Kurzfilmprogramm des Festivals identities: am 13. Juni um 18:00 Uhr im Metro Kino Historischer Saal, produziert vom ORF Fernsehen für „Teleobjektiv“. Innerhalb eines queeren Kurzfilmblocks teilte er sich den Abend mit mehreren anderen Produktionen. Dass ein Fernsehporträt über Journalistinnen aus den 1970ern in einem queeren Filmprogramm lief, passt zur Programmierlogik des Festivals: Es ging dem Festival wiederholt auch um Geschlechterrollen und deren Verschiebungen abseits der offensichtlichsten queeren Erzählungen. Im Programm des Festivals liefen an jenem Abend mehrere Kurzfilme im historischen Saal des Metro Kinos, das dem Festival über Jahre als Spielstätte diente.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Edith Klinger?
Edith Klinger war in den 1970er-Jahren Kolumnistin der Kronen Zeitung. Sie ist eine von fünf Journalistinnen, die Elizabeth T. Spira 1977 für den Kurzfilm Frauen im Journalismus interviewte.
Worum geht es im Film Frauen im Journalismus?
Der 16-minütige Kurzfilm porträtiert fünf Journalistinnen und ihren Berufsalltag in einer damals männlich dominierten Branche – welche Themen man ihnen zutraute, wie schwer Anerkennung zu erreichen war und wie sich Beruf und Familie vereinbaren ließen.
Welche fünf Journalistinnen kommen in Frauen im Journalismus zu Wort?
Elfriede Hammerl (freie Journalistin), Helga Stadler-Rabl (Kurier), Susanne Feigl (geschäftsführende Chefredakteurin, „Die Frau“), Ilse Leitenberger (stellvertretende Chefredakteurin, „Die Presse“) und Edith Klinger (Kolumnistin, Kronen Zeitung).
Wer führte bei Frauen im Journalismus Regie?
Elizabeth T. Spira, die von 1974 bis 1984 Teil des Redaktionsteams der ORF-Sendung „Teleobjektiv“ war und später mit „Alltagsgeschichte“ und „Liebesg'schichten und Heiratssachen“ zwei der bekanntesten österreichischen Fernsehformate schuf.
Wann und wo lief der Film beim Festival identities?
Am 13. Juni 2017 um 18:00 Uhr im Metro Kino Historischer Saal, als Vorfilm innerhalb eines queeren Kurzfilmprogramms bei identities 2017.