Filmarchiv · Nr. 2977 · Spielfilm

First Girl I Loved im großen Queer-Film-Review zum Sundance-Erfolg beim Festival identities

Ein einzelnes Filmnegativ unter der Lupe, warmer Lichteinfall am Bildrand
Archiv-Ansicht · Nr. 2977
Regie Kerem Sanga Land/Jahr USA 2016 Laufzeit 91 Min. Format DCP, Farbe Fassung OF mit auditiven deutschen UT

First Girl I Loved: Worum es geht

Der First Girl I Loved Film erzählt von einer ersten Verliebtheit zwischen zwei Schülerinnen an einer amerikanischen High School – sensibel, ohne Melodram und ohne tragisches Ende. Die siebzehnjährige Anne (Dylan Gelula, bekannt aus The Unbreakable Kimmy Schmidt) ist eigenwillig, wortkarg und dem Typ „Cool Nerd“ zuzurechnen – mit einer Vorliebe für Fahrräder und Computergrafik. Sie lebt bei ihrer alleinerziehenden Mutter, sitzt mit ihrem besten und einzigen Freund Clifton im Schuljahrbuch-Komitee und deckt darüber nebenbei das Softballteam der Schule ab. Zwischen ihr und Sasha (Brianna Hildebrand, bekannt aus Deadpool), der attraktiven Leaderin des Teams, funkt es beim ersten Aufeinandertreffen – einem von Anne frei erfundenen, angeblich unbedingt notwendigen „Interview“. Schnell entwickelt sich eine aufregende erste Verliebtheit.

Anne ist versucht, Clifton davon zu erzählen. Der hatte sich allerdings mehr als Freundschaft erhofft, reagiert feindselig auf die Neuigkeit und funkt seinerseits kräftig dazwischen. Und so einfach ist es dann mit der ersten Liebe auf dem Schulhof, in der Familie und vor allem vor der Freundesclique auch nicht: Der Druck scheint von überall zu kommen, nicht zuletzt vom eigenen, überforderten Gewissen. Mitten in diesen Gefühlsturbulenzen versuchen Anne und Sasha, sich selbst und ihre Sexualität zu entdecken. Der First Girl I Loved Film feierte bei den identities 2017 seine Österreich-Premiere im Filmcasino, präsentiert in Zusammenarbeit mit Ausgesprochen!.

Besetzung und Regie

Autor und Regisseur Kerem Sanga studierte Mathematik an der University of Texas in Austin. Er war Autor, Produzent und einer der Darsteller von Stoner (2009). Sein Langfilmdebüt Trigger Finger erschien 2011, mit The Young Kieslowski gewann er 2014 den Publikumspreis beim Los Angeles Film Festival. Buch und Regie von First Girl I Loved liegen ebenfalls bei Sanga, die Kamera führte Ricardo Diaz, den Schnitt Shane Hazen.

Neben Dylan Gelula und Brianna Hildebrand in den Hauptrollen spielen mit:

Mateo Arias·Pamela Adlon· Tim Heidecker·Cameron Esposito

Kritiker-Review: Stimmen zum Film

Zum US-Kinostart erhielt der Film durchweg positive Kritiker-Reviews, die vor allem Dylan Gelulas Hauptrolle hervorhoben:

„Sexual disorientation in high school makes for movie brilliance.“

Peter Howell, Toronto Star

„A woozy and wonderful queer teen romance … Dylan Gelula gives a revelatory performance in a film that suggests we're in for a new wave of teen cinema.“

David Ehrlich, IndieWire

„A sensitive exploration of sexual identity …. First Girl I Loved is a sophisticated and complex teenage coming of age story.“

Katie Walsh, The Playlist

„An earnest and sweet look at burgeoning love… First Girl I Loved never gets bogged down in melodrama. It's a kind film – heartfelt and empathetic.“

Tommy Cook, Collider

„Dylan Gelula is – there's no other word for it – a revelation…“

Michael Dunaway, Paste Magazine

Auch das Sundance Film Festival selbst beschrieb den Film in seiner eigenen Programmnotiz als „a delightful, contemporary perspective on the first jitters of new romance and the age-old heartbreak of love“. Justin Gerber (Consequence of Sound) attestierte Kerem Sanga, das Leben an der High School großartig einzufangen und zu zeigen, wie es ist, sich als Teenager zu verlieben; slugmag.com lobte, wie subtil der Film den Teenager in seinem Publikum anspreche, gerade weil er auf eine traditionell narrative Struktur verzichte. Auch diese späteren Reviews bestätigten den Eindruck aus den ersten fünf Kritiken.

Ein queerer Publikumsliebling beim Festival

First Girl I Loved gewann 2016 den Audience Award „Next“ beim Sundance Film Festival – eine Sparte, die explizit besonders eigenständiges, unabhängiges Erzählkino auszeichnet. Mit dem Sundance-Publikumspreis im Rücken lief der First Girl I Loved Film wenige Monate später erstmals in Wien: als Österreich-Premiere im Hauptprogramm von identities 2017, am 15. Juni um 20:00 Uhr im Filmcasino. Als queerer Coming-of-Age-Stoff ohne tragisches Ende – eine damals noch keineswegs selbstverständliche Erzählentscheidung im Genre – passte er programmatisch genau in ein Festival, das sich der Sichtbarkeit solcher Geschichten verschrieben hatte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in First Girl I Loved?

Der Film erzählt von der siebzehnjährigen Anne, die sich in Sasha, die Leaderin des Softballteams, verliebt. Aus der ersten Verliebtheit wird eine Belastungsprobe, als Annes bester Freund Clifton eifersüchtig reagiert und der Druck aus Schule, Familie und Freundeskreis wächst.

Wer spielt die Hauptrollen in First Girl I Loved?

Dylan Gelula (The Unbreakable Kimmy Schmidt) spielt Anne, Brianna Hildebrand (Deadpool) spielt Sasha. In weiteren Rollen sind Mateo Arias, Pamela Adlon, Tim Heidecker und Cameron Esposito zu sehen.

Welche Auszeichnung gewann First Girl I Loved beim Sundance Film Festival?

Der Film gewann 2016 den Audience Award „Next“ beim Sundance Film Festival – die Publikumswertung der Sektion für besonders eigenständiges unabhängiges Erzählkino.

Wann und wo lief First Girl I Loved beim Festival identities?

Am 15. Juni 2017 um 20:00 Uhr im Filmcasino, als Österreich-Premiere im Hauptprogramm – präsentiert in Zusammenarbeit mit Ausgesprochen!.

Was schrieben internationale Kritiker über First Girl I Loved?

Durchweg positiv: Peter Howell (Toronto Star), David Ehrlich (IndieWire), Katie Walsh (The Playlist), Tommy Cook (Collider) und Michael Dunaway (Paste Magazine) hoben besonders Dylan Gelulas Hauptrolle und die undramatische, empathische Erzählweise hervor.