Kapgang – Niels Arden Oplevs dänisches Coming-of-Age-Drama von 2014
Worum es in Kapgang geht
Coming-of-Age im Dänemark der 1970er-Jahre: Martin ist 14, als seine Mutter an Leukämie stirbt. Während sein Bruder und sein Vater in Trauer versinken, will Martin, dass das Leben weitergeht. Er muss seine Konfirmation vorbereiten und für den Jahresendwettkampf im Gehen trainieren – und er will endlich mit seiner Mitschülerin Kristine knutschen, der Einzigen, die ihn und seine Trauer wirklich versteht. Um für den großen Moment bereit zu sein, übt Martin das Rummachen schon einmal mit seinem besten Freund Kim. Bis er merkt, dass es sich auch ganz toll anfühlt, nackt neben ihm zu liegen.
„Love Hurts“ tönt es aus Martins tragbarem Kassettenrekorder, als er mit dem Fahrrad von der Schule nach Hause fährt – der Film spielt großzügig mit Musik der 1970er. Der Sommer kann beginnen: Obwohl seine Mutter gestorben ist, möchte Martin etwas erleben. Kim, sein bester Freund, wirft ihm zärtliche Blicke zu, sie „üben“, wie es sein wird, mit einem Mädchen zu schlafen – dabei ahnen beide unbewusst, dass ihre anfänglich scheuen Berührungen mehr bedeuten. Zugeben können sie das aber nur in intimen Momenten.
Regie, Kritik und Besetzung
Niels Arden Oplev, geboren 1961 in Dänemark, arbeitet als Regisseur und Drehbuchautor für Film und TV. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er mit Verblendung (2009), dem ersten Teil der Millennium-Trilogie, dem 2013 der Thriller Dead Man Down mit Colin Farrell und Noomi Rapace folgte. Er verfilmte zudem einige Folgen der Krimiserie Der Adler. Buch: Bo Hr. Hansen. Kamera: Rasmus Videbæk. Schnitt: Anne Østerud.
„Herrliche Polyester-Nostalgie mit einem gehörigen Schuss sexueller Zügellosigkeit!“
Variety
„Knutschen üben mit dem Schulkameraden.“
queer.de
„Kapgang versammelt alle Stärken des skandinavischen Kinos: Großartige Schauspieler_innen – vor allem die Teenager überzeugen – in einem Film, der mit großer Leichtigkeit auch ernste Themen behandelt. […] In seiner charmanten Ungezwungenheit und pointierten Erzählhaltung erinnert Kapgang an die Filme von Lukas Moodysson (Fucking Åmål und Tillsammans).“
Karin Cerny
Kapgang beim Festival identities
Kapgang lief als Österreich-Premiere am 9. Juni 2017 um 22:00 Uhr im Filmcasino, im Hauptprogramm von identities. Der dänische Film reihte sich damit in eine lange Tradition skandinavischer Coming-of-Age-Geschichten im Programm des Festivals ein.